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Einmal Deutschland - Amerika und wieder zurück! So, oder so ähnlich geht diese Geschichte

Tabea McDonald

Tabea McDonald ist mit ihrer Familie ganz bewusst aus den USA den Schritt ins Erzgebirge gegangen und schätzt genau dieses Detail. Dabei konnte die Frau, die in Oberfranken aufgewachsen ist, die Vorzüge der Region gar nicht kennen. Viel weniger noch ihre Familie: Ihren Mann hat sie in den Vereinigten Staaten kennengelernt und die beiden Kinder sind in sind in Kansas City geboren.
Aber erstmal von vorn: Es ist Herbst 2017, als vor der Haustür der McDonalds in Annaberg-Buchholz ein Container vorfährt. Er beinhaltet quasi ein ganzes Leben, nämlich das, was die Familie zunächst in den USA zurücklassen musste. Die Kisten landen in der 108 Quadratmeter großen Wohnung, die Tabea McDonald bereits bewohnt.

Sie hatten den Umzug nach Deutschland angeschoben. Im Mittelpunkt dabei stand die Familienplanung. „Wir haben unser Leben langfristig im Blick, die Details ergeben sich auf dem Weg und sind variabel“, versucht sie, den Lebensplan der Familie in Worte zu fassen. Und der beginnt mit einem Uni-Aufenthalt, der die Bayerin von 2007 bis 2009 in die Staaten führt, ab 2010 hat sie dort ihren Lebensmittelpunkt. Nach der Heirat lebten Tabea und Dale McDonald in Kansas City (Missouri). Sie bewohnen ein kleines Haus, sie unterrichtet an einem College die deutsche Sprache, er ist Chef einer Mensa. Mit der Geburt der beiden Söhne bewerten Tabea und Dale Mc Donald ihre Situation neu:

„Kinderbetreuung ist sehr teuer, ich hatte keine Vollzeitstelle, die Großeltern in Deutschland sehen ihre Enkel einmal im Jahr, Missouri ist flach wie ein Pfannkuchen, und wir beide sind umgeben von Bergen aufgewachsen… Wir haben schließlich abgewogen, wie realistisch es ist, nach Deutschland zu ziehen.“

Als der Entschluss feststeht, forschen die beiden nach einer Region: Es sollte  Jahreszeiten geben – vor allem Schnee im Winter – eine reizvolle Landschaft, erschwingliche Lebenshaltungskosten, die Stadt nicht zu groß, aber auch nicht zu klein sein und menschlich sollte es passen. Und dann musste sich schlussendlich auch die Chance auf einen Job auftun.

Die CHemie hat von Anfang an gestimmt.

Im Frühjahr 2017 bewirbt sich die Lehrerin an der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge (EGE) in Annaberg-Buchholz, das Bewerbungsgespräch wird per Skype geführt. Mitte Juli reist Tabea McDonald für eine Woche ins Erzgebirge, um die Stadt und eine eventuell neue Arbeitsstelle kennenzulernen. „Die Chemie hat gestimmt“, so ihr Fazit, nachdem sie ein tolles Schulhaus mit engagiertem Schulleiter sowie eine liebliche Innenstadt mit Bäcker, Fleischer und einem Wochenmarkt kennenlernt. Als der Arbeitsvertrag unterzeichnet ist, geht alles ganz schnell, auch weil sich Mitarbeiter der Schule unter anderem um einen Kindergartenplatz und eine Wohnung kümmern. Und während sich Tabea um die Formalitäten in Deutschland bemüht, ist Dale für die Auflösung des Haushaltes in den Staaten zuständig. Als seine Frau und sein großer Sohn am 1. Oktober 2017 den Flieger nach Nürnberg besteigen, bleiben dem 46-Jährigen nur acht Wochen, um den Umzug zu realisieren. Im Dezember 2017 ist die Familie wieder vereint, und sie genießen ein erstes Weihnachtsfest im Erzgebirge. Besonders das Flair zu dieser Zeit finden die Zugezogenen sehr attraktiv.​

Dieses Interview wurde für das Magazin Herzland (2019) von Ariane Grund geführt, die Bilder fotografierte Georg Ulrich Dostmann. 

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